Was ist Leasing?

Was ist Leasing?

Eine Form der Finanzierung von Kraftfahrzeugen ist das Leasing. Unter Leasing ist die zeitlich begrenzte Nutzungsüberlassung von Wirtschaftsgütern, z.B. von einem Kraftfahrzeug gegen Entgelt zu verstehen.

Die Rechte und Pflichten der Vertragsparteien sind in einem Leasingvertrag niedergelegt. Die gängigsten Ausgestaltungen des Leasings werden weiter unten ausgeführt. Das Wort „Leasing“ stammt aus dem Englischen „to lease“ und bedeutet so viel wie vermieten bzw. verpachten.



Alternative zum Neuwagenkauf

Leasingangebote waren bislang nur für Unternehmen interessant, die sich aus dem Leasing steuerliche Vorteile gegenüber dem Kauf ergaben. Zunehmend gibt es inzwischen auch für den Privatkunden attraktive Leasingangebote.

Steuerlich absetzen kann die Leasingrate bisher nur der Geschäftsmann. Bei den Voraussetzungen der steuerlichen Absetzbarkeit ist insbesondere auf die Vertragsform zu achten. Daraus ergibt sich nämlich, ob dem Leasinggeber oder dem Leasingnehmer das Fahrzeug wirtschaftlich zuzuordnen ist, welches maßgeblich für die steuerliche Zuordnung ist.

Die Grundmietzeit muss mindestens 40 und höchstens 90 Prozent der „betriebsgewöhnlichen“ Nutzungsdauer betragen, damit aus steuerrechtlichen Gründen das Fahrzeug wirtschaftliches Eigentum des Leasinggebers bleibt. Unternehmer sollten zu den Voraussetzungen der steuerlichen Geltendmachung von Leasingraten die „Leasing-Erlasse“ des Bundesministeriums für Finanzen beachten.



Auf den Leasingvertrag finden grundsätzlich die Vorschriften über die Miete Anwendung, d.h. Das Leasing ist eine besondere Form des Mietvertrages. Im Rahmen eines echten Mietvertrages trägt der Vermieter in der Regel das volle Risiko für das Mietobjekt.

Er ist verantwortlich für Wartung, Versicherung, Reperaturen etc.. Im Rahmen eines Leasingvertrages werden diese Pflichten jedoch auf den Leasingnehmer abgewälzt, vgl. § 535 Abs.1 S.2 BGB. Mit Abweichungen findet also das Mietrecht auf den Leasingvertrag Anwendung.



Beachten Sie: Leasing kein Kauf, sondern Miete!

Sollte Sie das Auto über einen Ratenkredit abgezahlt haben, gehört das Fahrzeug am Ende Ihnen. Nach Ablauf des Leasing-Vertrags sieht das anders aus. Beim Leasing werden Sie nicht Eigentümer des Fahrzeugs, vielmehr sind Sie berechtigt gegen Zahlung einer Leasingrate das Fahrzeug zu benutzen!

Beim Leasingvertrag ist der Leasinggeber als Eigentümer des Fahrzeugs verpflichtet, Ihnen das Fahrzeug in einem mangelfreien Zustand für die vereinbarte Leasingzeit zu überlassen. Nach Ablauf der Leasingzeit ist der Leasingnehmer verpflichtet, das Fahrzeug in dem vertragsgemäßen Zustand zurückzugeben. In der Regel bedeutet dies, dass das Fahrzeug zwar gemäß der vereinbarten Laufzeit Verschleißerscheinungen haben darf, jedoch darüber hinaus keine Schäden aufweisen darf.

Allein deswegen ist bereits das Abschließen einer Vollkasko-Versicherung zu empfehlen, wenn dies nicht schon Voraussetzung für den Abschluss des Leasingvertrages ist. Die Gefahr des zufälligen Untergangs, z.B. durch Diebstahl oder durch Totalschaden etc., wird regelmäßig durch den Vertrag auf den Leasingnehmer abgewälzt. Dies stellt dann keine unangemessene Benachteiligung dar, wenn dem Leasingnehmer gleichzeitig ein Kündigungsrecht eingeräumt wird.

Bei Diebstahl oder Unfall mit Totalschaden bezahlt der Versicherer lediglich den Zeitwert des Fahrzeugs. Das kann dann für den Verbraucher bedeuten, dass er noch eigene Zahlungen an den Leasinggeber leisten muss, weil der Vertrag vorzeitig beendet wurde. Typischerweise werden im KFZ-Handel Leasingverträge abgeschlossen, die eine feste Laufzeit haben, d.h. Diese Verträge können sowohl vom Leasingnehmer als auch vom Leasinggeber nur aus wichtigem Grund gekündigt werden.

Der BGH hat in seiner Entscheidung vom 15.07.1998 (Az. VIII ZR 348/97) festgestellt, dass die Abwälzung der Sach-und Gegenleistungsgefahr in Allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Kraftfahrzeugleasingvertrages den Leasingnehmer auch dann nicht unangemessen benachteiligt, wenn ihm für die Fälle des Verlustes und der erheblichen Beschädigung des Leasingfahrzeugs wahlweise ein Kündigungsrecht eingeräumt ist.

Der Leasinggeber kann in seinen AGB bestimmen, dass der Leasingnehmer dabei die Verpflichtung zur Leistung einer Ausgleichszahlung trägt. Damit trägt der Leasingnehmer das Risiko des Verlustes, soweit die Versicherung den Verlust nicht vollständig deckt.

Hier kann Ihnen eine sogenannte GAP-Versicherung (Gap = Guaranteed Asset Protection) Sicherheit bieten. Die GAP-Versicherung schließt die Lücke zwischen dem Ablösewert und dem Wiederbeschaffungswert des Leasingfahrzeugs.

Am Ende der Leasingzeit wird zuweilen auch ein Optionsrecht auf den Kauf des Fahrzeuges vereinbart. Sie können dann als Verbraucher entscheiden, ob Sie nach Ablauf der Leasingzeit gegen Zahlung des Kaufpreises Eigentümer werden wollen oder nicht.

Aber Vorsicht, sollten Sie Interesse an einer Übernahme des Fahrzeugs nach Ablauf der Leasingzeit haben, sollte dies ausdrücklich im Vertrag geregelt werden, weil Sie ansonsten kein Recht haben, dass Fahrzeug im Anschluss an das Leasing käuflich zu erwerben.

Am Ende des Leasingvertrages kann sich der Leasinggeber auf ein eventuell vereinbartes Andienungsrecht berufen oder er veräußert das Fahrzeug anderweitig. Übt der Leasinggeber sein Andienungsrecht aus, so ist der Leasingnehmer zum Kauf des Leasingfahrzeugs zum vereinbarten Restwert verpflichtet. Der Leasingnehmer hat jedoch keinen Anspruch darauf, das Fahrzeug zu erwerben. Immer dann, wenn der Restwert niedriger angesetzt wurde als er sich im Nachhinein herausstellt, wird der Leasinggeber in der Regel das Fahrzeug frei verkaufen wollen.



Wie funktioniert Autoleasing?

Den Formen des Leasingvertrages sind kaum Grenzen gesetzt. Es kann eine Gebrauchsüberlassung des PKW ohne zusätzlichen Service oder mit Teil-Service, z.B. mit Übernahme von Steuern und Versicherung oder auch mit sämtlichen Kosten, wie die Übernahme von Steuern, Versicherung, Reparatur, Inspektion, Reifen etc. vereinbart werden. Deswegen sollten Sie sich das Vertragsmuster genau durchlesen und offene Fragen entweder mit dem Händler oder der Leasinggesellschaft besprechen.



Leasingverträge

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen den drei folgenden typischen Leasing-Vertragsformen:

  • das Operating-Leasing

  • das Finanzierungsleasing

  • das Herstellerleasing



Operating-Leasing:

Im Rahmen des Operating-Leasings trägt der Leasinggeber im Gegensatz zum Finanzierungsleasing das Investitionsrisiko. Typischerweise werden beim Operating-Leasing kurze Vertragslaufzeiten mit jederzeitigem Kündigungsrecht vereinbart.

Da im KFZ-Handel vor allem mit Privatkunden so gut wie immer das Instrument des Finanzierungsleasings verwendet wird, ist das Operating-Leasing hier zu vernachlässigen.



Finanzierungsleasing:

Beim Finanzierungsleasing tritt zur Gebrauchtüberlassung die Finanzierungsfunktion hinzu. Typischerweise werden beim Finanzierungsleasing lange Vertragslaufzeiten ohne Kündigungsmöglichkeit vereinbart.

Die Grundmietzeit nähert sich zumeist an die Nutzungsdauer des Fahrzeuges an. Der Leasingnehmer bezahlt die anfallenden Reparaturen, ist für Instandhaltung, z.B. für Inspektion zuständig und schließt die Versicherungen ab.

Die Anschaffungs- und Finanzierungskosten des Fahrzeugs zuzüglich Gewinn für den Leasinggeber zahlt (im Fachjargon „amortisiert“) der Leasingnehmer entweder allein durch Raten oder durch Raten zuzüglich An-und Schlusszahlungen.



Hersteller-Leasing:

Das Hersteller-Leasing zeichnet sich dadurch aus, dass der Leasinggeber zugleich Hersteller bzw. Händler ist. Das typische Dreiecksverhältnis des Finanzierungsleasings zwischen Hersteller, Leasinggeber und Leasingnehmer fehlt.

Meistens wird in der Autobranche das Finanzierungsleasing in Form des Restwertleasing oder des Kilometerleasings angeboten:

  • Restwertleasing: Beim Restwertleasing enthält der Vertrag eine Garantie des Leasingnehmers, dass das geleaste Fahrzeug nach Ablauf der vereinbarten Leasingzeit einen bestimmten Wert hat. Häufig besteht der Irrtum, dass die Restwertangabe dem Kunden garantiert wird.

    Umgekehrtes ist jedoch der Fall: Der Kunde garantiert der Leasing-Gesellschaft die Zahlung des Restwerts, unabhängig davon, was der Wagen nach Ablauf der Leasingzeit tatsächlich wert ist. Sollte das Fahrzeug dann am Ende einen geringeren Wert haben, weil z.B. mehr als die vereinbarte Kilometerleistung gefahren wurde oder einfach weil die Preise gesunken sind, dann muss der Leasingnehmer diese Differenz bezahlen.

    Dies ist ein oft nicht kalkuliertes Risiko bei Leasingverträgen, da man selbst bei Einhaltung der vereinbarten Kilometerleistung den zukünftigen Wert eines Fahrzeugs nur ungenau abschätzen kann. Um den Wertverlust relativ gut einschätzen zu können, sollten Sie sich erkundigen, was zum Zeitpunkt des Leasingvertrages das Fahrzeug mit vergleichbarer Laufleistung und Alter kostet. Ein Blick in die einschlägigen Gebrauchtwagen-Onlinebörsen ist dringend zu empfehlen.

    Aber auch dies ist nur eine Orientierung, denn die Entwicklung des Gebrauchtwagenmarktes ist unabsehbar. Es ist zu empfehlen, eher etwas teurere monatliche Raten in Kauf zu nehmen und dafür einen geringeren Restwert festschreiben lassen.

  • Kilometerleasing: Dem Restwertleasing ist das Kilometerleasing wegen der Kalkulierbarkeit der Kosten vorzuziehen. Beim Kilometerleasing wird eine monatliche Leasingrate für eine bestimmte Kilometerleistung vereinbart.

    Wird jedoch diese Kilometerleistung überschritten, müssen diese zusätzlich vergütet werden. Wird die Kilometerleistung unterschritten erhält man Geld zurück. Der Restwert wird zwar auch in den Verträgen zum Kilometerleasing angegeben, fällt aber nicht weiter ins Gewicht, d.h. die Differenz zwischen vereinbartem Restwert und tatsächlichem Restwert muss nicht automatisch gezahlt werden.



Vorteile vom Leasing:

In Deutschland wird Autoleasing seit den 80er Jahren als Alternative zum Autokredit angeboten. Mittlerweile ist jedes 4. Auto in Deutschland geleast, Tendenz steigend. Darum zahlen Sie nur für die Nutzungsdauer und den geschätzten Wertverlust des Fahrzeugs.

Eigentümer ist die Bank, die mit Ihnen einen “Mietvertrag” abschließt. Dieses Finanzierungmodell ist sinnvoll und attraktiv für jeden, der seinen Neuwagen nur einen bestimmten Zeitraum fahren will und aufgrund von Steuervorteile auch für Selbständige.

Gerade wenn Sie finanziell unabhängig bleiben möchten, ist Leasing die geeignete Form der Finanzierung. Warum soll man überhaupt in etwas investieren, was mit der Zeit an Wert verliert? Viel Sinnvoller ist doch für die Nutzung seines Traumautos zu bezahlen.

Nach Ende der Laufzeit geben Sie das Auto einfach zurück und ersparen sich viel Aufwand um Abmeldung, Verkauf usw. Außerdem fahren Sie immer das neueste Auto mit den neusten Standards in Sachen Umwelt und Technik.

Ihre Leasing- Vorteile auf einen Blick:

  • Fahren Sie immer wieder das neueste Modell

  • Ihr Fahrzeug verfügt immer über die neusten Standards bei Umwelt & Technik

  • Zahlen Sie lediglich für die Nutzung Ihres Wagens

  • Nutzen Sie finanziellen Spielraum für weitere Anschaffungen

  • Sparen Sie sich den Aufwand für den Wiederverkauf, denn Sie geben das Fahrzeug am Ende einfach an Ihren Händler zurück



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