KFZ Versicherung

KFZ-Versicherung für Leasing Fahrzeuge

Jeder Fahrzeughalter ist gesetzlich verpflichtet, eine Kfz-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Eine neue Stoßstange am Wagen eines anderen Fahrers lässt sich noch aus eigener Tasche bezahlen. Doch was, wenn Sie einen anderen Verkehrsteilnehmer so schwer verletzen, dass dieser monatelang im Krankenhaus behandelt werden muss und anschließend nur noch eingeschränkt arbeiten kann? Auch dann haften Sie für den gesamten Schaden. Während der Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung zum Schutz anderer verpflichtend ist, gibt es andere Verträge rund ums Auto, die kein Muss sind, die aber doch sehr sinnvoll sein können, zum Beispiel der Vollkasksoschutz für einen Neuwagen.

Versicherungsschutz fürs Auto

Auf die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung für Fahrzeughalter haben wir schon hingewiesen. Durchschnittlich liegt die Höhe der Schäden in der Kfz-Haftpflichtversicherung nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft bei knapp 3600 Euro je Schaden. Doch wenn es zu schweren Unfällen kommt, können die Ansprüche eines Unfallopfers natürlich weit darüber hinausgehen. Deshalb hat der Gesetzgeber auch bestimmte Mindestdeckungen vorgegeben, die die Haftpflichtversicherer bieten müssen. Vorgeschrieben ist eine Mindestdeckung von 7,5 Millionen Euro für Sachschäden sowie 50 000 Euro für Vermögensschäden.

Über diese Mindestsummen gehen die Versicherer allerdings in der Regel deutlich hinaus. Sie erhöhen die Deckungssummen in ihren Tarifen zum Beispiel auf 100 Millionen Euro oder zumindest auf 50 Millionen Euro für Sachschäden. Die Deckungssummen für Personenschäden liegen oft bei 8, 10 und 12 Millionen Euro.

Bei sehr alten Autos reicht es häufig aus, nur eine Kfz-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Gerade bei einem neuen oder noch relativ jungen Auto sollten die Fahrzeughalter aber für eine zusätzlich Absicherung sorgen. Für Neuwagen ist unbedingt eine Vollkaskoversicherung zu empfehlen. Denn der Haftpflichtversicherer kommt nur für die Schäden anderer auf, nicht für selbstverursachte Schäden am eigenen Wagen:

Nimmt ein Fahrer Haftpflicht- oder Vollkaskoversicherung in Anspruch, muss er hinnehmen, dass er unter Umständen anschließend mehr für seinen Versicherungsschutz zahlen muss, da er einen Teil seines Schadenfreiheitsrabatts verliert und in eine andere Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft wird. Im Vollkaskoschutz sind neben den Folgen eines selbstverschuldeten Unfalls auch Schäden durch Vandalismus mit versichert. Mit diesen beiden Leistungen unterscheidet sich der Vollkaskoschutz von der Teilkaskoversicherung. Zusätzlich enthält der Vollkaskoschutz sämtliche Leistungen, die auch die Teilkaskoabsicherung bietet.

Egal, welchen Kaskoschutz Sie wählen: Der Versicherer zahlt bei Diebstahl sowie für Unfälle mit Haarwild oder je nach Tarif auch anderen Tieren, für Schäden durch Brand oder Glasbruch sowie wetterbedingte Schäden. Hinterlässt Hagel Spuren im Lack oder fällt beispielsweise bei Sturm ein Ast auf den Wagen, zahlt die Teilkaskoversicherung. Bei Sturm zahlt sie allerdings nur, wenn mindestens Windstärke 8 gemessen wurde. Das entspricht einer Windgeschwindigkeit von mindestens 63 Kilometer pro Stunde. Bei niedrigen Windgeschwindigkeiten käme nur eine Vollkaskoversicherung für den Schaden auf.

Wie lange versichern?

Für welches Auto genügt eine Haftpflichtversicherung? Wie lange sollte ein Autobesitzer Vollkaskoschutz behalten? Reicht Teilkasko auch? Genaue Richtwerte, welcher Schutz wie lange sinnvoll ist, gibt es nicht. Das hängt auch von Ihrem individuellen Sicherheitsbedürfnis ab. Grob lässt sich sagen, dass ein Fahrzeug zumindest in den ersten drei Jahren nach Erstzulassung vollkaskoversichert sein sollte und nach etwa zehn Jahren selbst der Teilkaskoschutz nicht mehr unbedingt nötig ist. Doch ein für alle Fahrzeuge und ihre Halter geltender Wert ist das nicht. Wenn Sie zum Beispiel bei einem sechs Jahre alten Auto merken, ein selbst verursachter Schaden wäre eine finanzielle Katastrophe, halten Sie besser am Vollkaskoschutz fest.

Die Preisfrage: Was kostet Versicherungsschutz fürs Auto?

Wenn Sie eine Versicherung abschließen wollen, müssen Sie zahlreiche Fragen beantworten: Wo Sie wohnen, wie viele Kilometer Sie fahren und vieles mehr. Anhand dieser Daten wird ermittelt, zu welchem Preis Sie Haftpflicht- und eventuell auch Kaskoschutz erhalten. Der Versicherer greift dabei auf statistische Werte zur Schadenshäufigkeit zurück. Hier einige der wichtigsten Größen, die die Versicherer für ihre Preisberechnung zugrunde legen:

  • Die Typklasse: Jedes Fahrzeug ist einer bestimmten Typklasse zugeordnet. Die Fahrzeugtypen, bei denen rein statistisch häufiger mit einem Schaden zu rechnen ist, sind in einer höheren Typklasse und entsprechend teurer. Wenn Sie ein Auto kaufen, können Sie unter www.typklasse.de nachsehen, wie es eingestuft wird und ob es auch beim Versicherungsschutz das vermeintliche Schnäppchen ist.

  • Die Regionalklasse: Es spielt auch eine Rolle, wo ein Fahrzeug zugelassen ist. In Regionen, in denen das Unfall- oder das Diebstahlrisiko besonders groß ist, müssen Fahrzeughalter aufgrund ihres Wohnorts mit höheren Beiträgen rechnen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft unterteilt anhand der statistischen Daten in der Haftpflichtversicherung in zwölf Regionalklassen, in der Teilkasko in 16 und in der Vollkasko in neun Regionalklassen. An dieser Einstufung können sich die einzelnen Versicherer orientieren, müssen es aber nicht. Wer herausfinden will, wie seine Region eingestuft ist, kann sich unter www.gdv.de/regionaldatenbank im Internet informieren.

  • Die Schadenfreiheitsklasse: Wenn es Ihnen gelingt, möglichst lange schaden- und unfallfrei zu fahren, erreichen Sie eine höhere Schadenfreiheitsklasse und zahlen entsprechend weniger Beitrag. Sobald Sie die Versicherung in Anspruch nehmen, können Sie einen Teil des bisherigen Schadenfreiheitsrabatt verlieren, sodass der Beitrag steigt. Je nach Schadenshöhe kann es sich deshalb manchmal lohnen, zumindest kleinere Schäden aus eigener Tasche zu zahlen. Welches Vorgehen für Sie nach einem Unfall günstiger ist, können Sie sich bei Ihrem Versicherer ausrechnen lassen. Schadensfreiheitsklassen gibt es sowohl in der Haftpflichtversicherung als auch in der Vollkaskoversicherung, nicht aber in der Teilkaskoversicherung. Wenn der Versicherte, der eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen hat, also beispielsweise nach einem Hagelschaden Geld von der Versicherung bekommt, verliert er seinen bisherigen Schadenfreiheitsrabatt nicht, da er eine Leistung aus dem Teilkaskoschutz in Anspruch nimmt.

Was der Versicherer wissen will

Neben diesen Einstufungen für das Fahrzeug und Schadenshäufigkeit haben die Autoversicherer ihre Preise mittlerweile immer mehr auf die individuelle Situation ihrer Kunden zugeschnitten. Viele Faktoren des alltäglichen Lebens beeinflussen die Höhe des Beitrags-zum Beispiel, ob Sie eine Garage haben oder das Auto auf der Straße abstellen, wie lange Sie bereits bei einem Versicherer Kunde sind und ob Sie in einer Mietwohnung oder in einem Eigenheim leben.

Wenn Sie Ihrem Versicherer schon lange treu sind und auch andere Verträge bei ihm abgeschlossen haben, bekommen Sie unter Umständen zusätzlich Rabatt. Wenn Sie viel fahren, zahlen Sie mehr als Fahre, die nur wenige Kilometer im Jahr unterwegs sind. Auch das Alter des Fahrers spielt eine Rolle. Gibt ein Kunde an, dass auch der 18-Jährige Sohn den Wagen fahren wird, dürfte der Schutz teurer werden als wenn nur die Eltern im Alter von Mitte 40 als versicherte Fahrer zugelassen sind. Gleichzeitig sind auch ältere Fahrer, die das Rentenalter bereits erreicht haben, nicht unbedingt die Lieblinge der Versicherer, sodass auch sie mit höheren Beiträgen rechnen müssen. Hier lohnt sich auf jeden Fall der Preisvergleich, denn die Angebote liegen häufig weit auseinander.

Welche Versicherung zahlt was?

Haftpflichtversicherung: Der Versicherer übernimmt die Schadenersatzzahlungen an die Unfallopfer und kommt für Personen, Sach- und Vermögensschäden auf. Diese Art der Versicherung ist Pflicht, unabhängig vom Alter des Wagens.

Teilkaskoversicherung: Der Versicherer zahlt für Schäden durch Brand, Explosion, Diebstahl, Raub, Elementarereignisse wie Sturm, Hagel und Überschwemmungen sowie durch Haarwild. Er kommt auch für Glasschäden auf, zum Beispiel wenn die Windschutzscheibe ach einem Steinschlag einen Riss hat. Der Abschluss ist freiwillig. Die Laufzeit ist abhängig vom Zustand des Autos, bei älteren Autos ab zirka zehn Jahren nicht notwendig.

Vollkaskoversicherung: Der Versicherer zahlt für alle Teilkaskoschäden. Darüber hinaus sind Unfallschäden am eigenen Fahrzeug und Schäden durch Vandalismus gedeckt. Der Abschluss ist freiwillig und auf jeden Fall für Neuwagen und hochwertige Premiumfahrzeuge zu empfehlen. Auch bei hoher Schadensfreiheitsklasse empfehlenswert.

Schutzbrief bietet Pannenhilfe:

Häufig bieten die Versicherer als Ergänzung zur Kfz-Versicherung einen Autoschutzbrief an. Wer diesen Extraschutz hat, bekommt vom Versicherer zum Beispiel organisatorische Unterstützung bei einer Panne oder nach einem Unfall: Der Versicherer kümmert sich etwa um den Abschleppdienst und um Möglichkeiten, weiterzureisen, wenn die Fahrt weit weg von Zuhause unterbrochen wurde. Dieser Schutz ist zwar sinnvoll, doch wer ihn abschließt, sollte zunächst prüfen, ob vergleichbare Leistungen bereits anderweitig gedeckt sind, zum Beispiel über die Mitgliedschaft in einem Auto-oder Verkehrclub.

Mit dem Auto ins Ausland:

Unterwegs im Ausland gilt es einige Besonderheiten zu beachten, damit Sie selbst im Schadensfall möglichst wenig Schwierigkeiten haben:

  • Grüne Versicherungskarte: Diese sollten Sie auf Auslandsreisen immer dabeihaben. In vielen Ländern ist die Karte zwar nicht mehr für die Einreise vorgeschrieben-in manchen Ländern aber doch. Und selbst wenn sie keine Pflicht ist, dient sie Ihnen in kritischen Situationen als Nachweis, dass Sie tatsächlich in Deutschland versichert sind.

  • Europäischer Unfallbericht: Auch er gehört ins Reisegepäck. Wenn etwas passiert, können Sie ihn nutzen, um mit einem Unfallgegner die wichtigsten Daten aufzunehmen und abzugleichen. So haben Sie gleich einen Leitfaden zur Hand und vergessen nicht die wichtigsten Informationen. Sie bekommen ihn kostenlos bei Ihrem Versicherer.

  • Auslandsschadenschutzpolice: Sie sorgt dafür, dass Sie bei einem unverschuldeten Unfall im Ausland besser Schutz genießen. Denn wenn jemand Sie schädigt, springt die gegnerische Versicherung zwar für den Schaden ein, doch womöglich zahlt sie nicht genug. Denn die Deckungssummen im Ausland sind zum Teil deutlich geringer als hierzulande. Mit der Auslandsschadenschutzpolice als Ergänzung zu Ihrer eigenen Kfz-Haftpflichtversicherung werden Sie so gestellt, als ob auch ihr Gegner nach deutschem Standard versichert wäre. Dieser Zusatzschutz ist in wenigen, meist teuren Kfz-Tarifen bereits im Grundpreis enthalten-unter Umständen können Sie ihn zusätzlich (ca 20 Euro extra im Jahr) mit abschließen.


 

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